Freitag, 8. Januar 2016

Vaida Andriukaitytė: Filme von Traum und Freiheit

Poetischer Dokumentarfilm in Litauen. 140 Seiten, Tectum Verlag, Marburg 2009.
ISBN 978-3-8288-9971-1, 24,90 €.


Verlagsinfo:
Weg von Russland – diese Tendenz ist nach dem Ende der Sowjetunion auch im litauischen Dokumentarfilm unverkennbar. Dabei gingen junge Vertreter dieses Genres wie die Regisseure Arūnas Matelis und Audrius Stonys in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen eigenen nationalen Weg, der sich von den Entwicklungen in den baltischen Nachbarstaaten Estland und Lettland unterschied. Beide haben in der Umbruchzeit ab 1988 debütiert. Sie gehören zur ersten Generation Filmschaffender, die nicht mehr direkt von der russischen Schule geprägt wurden. Henrikas Šablevičius hat ihnen die litauische Filmtradition vermittelt. Ihre Filme demaskieren den fortdauernden Umbruch im Land wie im einzelnen Menschen. Sie laden ein zu einer Suche nach neuen Mythen oder zur Entdeckung der alten. Die Tradition des Poetischen Dokumentarfilms, in der sie arbeiten, trägt eine vertraute Ästhetik in sich. Zugleich aber ist der zeitgenössische Film mit frischen Formen durchsetzt, die in eine noch unentdeckte Welt führen. Trotz seiner intensiv ausgeprägten Handschrift ist der Litauische Film für die westliche Filmwissenschaft noch immer Terra incognita. Nach der vier Jahrzehnte anhaltenden sowjetrussischen Okkupation suchen seine Macher heute neue Perspektiven und nehmen diese auf innovative Weise in bewegten Bildern ein. Vaida Andriukaitytė vermittelt eine spannende Begegnung mit dem Filmland Litauen.

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