Samstag, 24. Dezember 2016

Albert Caspari (Hg.): Europa erlesen - Riga

284 Seiten, Lesebändchen, Prägedruck. Wieser Verlag, Klagenfurt 2016, ISBN 978-3-99029-212-9, 14,95 Euro.

Verlagsinfo:
Die alte Hansestadt Riga, heute Hauptstadt Lettlands, an der Mündung der Daugava in die Ostsee gelegen, blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Beim näheren Hinsehen verbirgt sich hier Lesestoff aus vielen Perspektiven, die sich heutigen Besuchern nicht immer sofort erschließen. Verschiedene Völker, Händler, Geistesrichtungen und Einflusssphären waren hier anzutreffen, bis vor 100 Jahren war Riga vorwiegend deutsch geprägt. Die Texte erzählen vom Wachsen und Werden der Stadt, reichen von Kindheitserinnerungen über Alltagserfahrungen bis zu wichtigen historischen Begebenheiten.
Mit Beiträgen von: Inga Ābele, Lola von Amelung-Wendt, Harald Anderson, Alexander Andreas Badendick, Alexander Bahris, Pauls Bankovkis, Alberts Bels (Jānis Cirūlis), Vizma Belševica, Werner Bergengruen, Alexander Bergmann, Katryn Berlinger, Friedrich Bienemann, Alwine Bock, Eva-Maria Borchert, Robert Büngner, Friedrich Georg von Bunge, Aleksandrs Čaks (Aleksandrs Čadarainis), Joseph Anton Christ, Augusts Deglavs, Guido Heinrich Eckardt, Anšlavs Eglītis, Sergej Eisenstein, Elina Garanča, Alfred von Hedenstroem, Karl von Holtei, Jānis Jaunsudrabiņš, Sandra Kalniete, Aivars Kalve, Paul Kerkovius, Elisabeth Kersten, Andris Kolbergs, Herbert Kraft, Gidon Kremer, Bernhard Lamey, Johann Gotthelf Lindner, Käthe Köster, Johann Georg Kohl, Jānis Leja, Henning Mankell, Oskar Masing, Ernst von Mensenkampff, Constantin Gottfried Karl Mettig, Max Michelson, Laima Muktupāvela, Wilhelm Ostwald, Hans Parlow, Johann Christoph Petri, Basilius Plinius, Fricis Rokpelnis / Vladimir Kreps, Gundega Repše, Dace Rukšāne, Paul Schiemann, Edzard Schaper, Rudolf Schulz, Astrid und Bernt Schumacher, Rudolf Seuberlich, Alise Tīfentāle, Uldis Tirons, Ojārs Vācietis, Siegfried von Vegesack, Imants Ziedonis, Heinz-Jürgen Zierke.

Albert Caspari: geboren 1956 im Sauerland, Dipl.-Grafiker, Journalist und Ökologe. Tätig im Nationalpark Wattenmeer, seit 1990 häufig unterwegs in Estland, Lettland und Litauen, als Berater für Umwelt- und Kulturprojekte, Tourismus. Veröffentlichungen: Handbuch Baltikum-Kontakte, Zeitschrift "Infoblatt Baltische Staaten", "Estland, Lettland, Litauen – grenzenlos", "Mythos Baltikum – die baltischen Staaten vor dem Beitritt zur Europäischen Union", "Sympathiemagazin Baltische Staaten", Redaktion "Baltische Stunde"; Fotoprojekt "Riga 1990 bis heute".

Freitag, 23. Dezember 2016

Laurynas Katkus: Moskauer Pelmeni

Essay. Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig. 114 Seiten, Leipziger Literaturverlag 2016,
978-3-86660-214-4, 12,95 Euro.

Verlagsinfo:
Dieser autobiographische Essay erkundet die geschichtlich motivierte Hassliebe zwischen Litauern (stellvertretend für Ostmitteleuropäer) und Russen. Aufgewachsen in einer zweisprachigen Umgebung im sowjetischen Vilnius, schildert der Autor Einflüsse der russischen Denkweise, Reisen durch Russland, die Auseinandersetzung mit der russischen Literatur und Kunst sowie die Jahre der Perestroika, die Unabhängigkeitsbewegung und schließlich persönliche Bekanntschaften mit russischen Schriftstellern und Intelektuellen. In Litauen wurde der Essay noch vor der Ukraine-Krise veröffentlicht und löste ein weites Echo in der Literaturkritik aus. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Westens, Russlands Mentalität zu verstehen, verleihen ihm erneut Aktualität.

Laurynas Katkus: geb. 1972 in Vilnius (Litauen), studierte Lituanistik in Vilnius sowie Vergleichende Literaturwissenschaft in Leipzig und Berlin, arbeitete beim Radio, in Verlagen und als Übersetzer, promovierte über Exil in der modernen Lyrik, mehrere Gedichtbände, ein Roman und eine Essaysammlung, Übersetzungen u. a. von Gottfried Benn, e. e. cummings, Peter Handke, Menke Katz, Susan Sontag ins Litauische, seine Texte wurden ins Englische, Deutsche, Slowenische, Polnische und Lettische übertragen, Mitglied im P.E.N., wurde mit verschiedenen Stipendien und Residenzen ausgezeichnet. Laurynas Katkus lebt als freischaffender Autor und Übersetzer mit seiner Familie in Vilnius.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Ekaterina Makhotina: Erinnerungen an den Krieg - Krieg der Erinnerungen

Litauen und der Zweite Weltkrieg. Reihe "Schnittstellen Studien zum östlichen und südöstlichen Europa". Verlag Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2017. 478 Seiten gebunden, ISBN 978-3-525-30090-9, 90 Euro (als PDF e-book 74,99).

Verlagsinfo:
Dieses Buch schreibt die Geschichte der litauischen Erinnerungskultur auf eine neue und unkonventionelle Art und Weise. Durch den Fokus auf die Geschichte der Gedenkstätten und Denkmale des Zweiten Weltkrieges werden vielfältige Akteure, Erinnerungspraktiken und historische Diskurse umfassend ausgeleuchtet. Hatten die ersten Kriegsdenkmale und Museen die Funktion, auf die Präsenz der Sowjetmacht hinzuweisen, wurde in den 1960er Jahren das Motiv des litauischen Heldenmutes und Widerstandes zentral. Diese Nationalisierung des Widerstandes ging auf Kosten der jüdischen Untergrundkämpfer; und auch für jüdische Opfer der Massenvernichtung während der deutschen Besatzung war in der sowjetischen Erinnerungspolitik kaum Platz. Nach dem politischen Umbruch und der Wiedererlangung der Staatssouveränität im Jahr 1990 bekam die »erlebte« Geschichte – und vor allem die Erfahrung der Opfer des stalinistischen Terrors – einen zentralen Platz in der öffentlichen Geschichtspräsentation. Fast alle Erinnerungsstätten, die mit der deutschen Besatzung im Zusammenhang standen, wurden als sowjetische Propagandastätten begriffen und beseitigt. In wenigen Fällen wurden »doppelte Gedenkstätten« eröffnet und somit die These der Gleichwertigkeit der Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kommunismus museal gefestigt. Bestimmte Strategien der geschichtlichen Repräsentationen lassen die Opfer- und Heldendiskurse ausschließlich national deuten. Zugleich wird die staatliche Erinnerungspolitik aber durch Prozesse der Europäisierung der Erinnerung sowie die Entwicklung neuer, transnationalen Erinnerungsdiskurse herausgefordert.

Inhaltsverzeichnis

Mittwoch, 16. November 2016

Beate Kowalski / Michaela C. Hastetter: Die Johannespassion von Arvo Pärt

Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2015. ISBN: 978-3-460-08603-6, 224 Seiten, 16,95 Euro.

Verlagsinfo:
Arvo Pärt ist einer der bedeutendsten lebenden Komponisten der neuen Musik, seine Werke sind durchgehend spirituell ausgerichtet. Die Vertonung der biblischen Johannespassion gehört zu den Höhepunkten seines Schaffens. Musik und biblischer Text verbindet sich bei dem estnischen Komponisten zu einem Klangerlebnis, das Menschen in der Stille zu sich selbst und zur Gottesbegegnung führen will. In diesem Band der Reihe "bibel & musik" wird die Tiefenstruktur von Pärts Vertonung als musikalische Bibelauslegung, ja als musikalisches Gebet erschlossen.

Samstag, 29. Oktober 2016

Aija Sakova: Ausgraben und erinnern

Denkbilder des Erinnerns und der moralischen Zeugenschaft im Werk von Christa Wolf und Ene Mihkelson. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Frank Hörnigk. V&R unipress Verlag, Göttingen 2016. 177 Seiten, ISBN 978-3-8471-0557-2, 35,00 Euro.

Verlagsinfo:
Die Romane der estnischen Schriftstellerin Ene Mihkelson und der deutschen Autorin Christa Wolf transportieren eine Poetik des Erinnerns, auf deren Spur sich die Autorin begibt. Sakova vergleicht die Romane »Kindheitsmuster« und »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud« von Wolf und »Der Schlaf Ahasvers« und »Das Pestgrab« von Mihkelson miteinander und deckt so die erinnerungspoetologischen Strukturen und Philosophien in diesen Werken auf. Um dem philosophischen Potenzial dieser Texte näher zu kommen, zieht sie das Konzept der moralischen Zeugenschaft von Avishai Margalit und Giorgio Agamben und die Schreibpraxis des Denkbildes von Walter Benjamin heran.

Freitag, 28. Oktober 2016

Wolfgang Machreich: EU-Gipfel

28 Höhepunkte Europas, auf die man stehen muss. Das Gipfel-Tourenbuch der Europäischen Union. Verlag Traveldiary.de Reiseliteraturverlag, Hamburg 2016. 200 Seiten, ISBN 9783944365879, 14,80 Euro.

Verlagsinfo:
Dieses Buch ist eine gewanderte, gekletterte Liebeserklärung an Europa und seine Erhebungen und Berge. Es nimmt „EU-Gipfel“ wörtlich, rettet sie vor der Vereinnahmung durch die Politik, holt sie raus aus Brüsseler Konferenzen und beschreibt sie wie sie sind: von sanft und niedrig bis hoch und wild.

Aus dem Inhalt:
Egal, ob er mit seiner Angst vor Bären im slowenischen Karst fertig werden muss, der Olymp sich seiner Besteigung mit einem Hagelschauer erwehren will oder er auf päpstlichen Spuren über die Südflanke des Mont Blanc klettert – Wolfgang Machreich erklimmt in jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union dessen höchsten Punkt. Dabei ist in manchen Ländern die Herausforderung diesen zu finden größer als hinauf zu steigen. Die einem Österreicher angeborenen alpinen Vorkenntnisse sorgen aber von den Azoren bis nach Zypern für den nötigen (Über-)Mut.
Machreich ist in den Bergen aufgewachsen, hat sich als Journalist seine Sporen verdient und ist seit 2010 Pressesprecher der Vizepräsidentin des Europaparlaments Ulrike Lunacek. Mit EU-Gipfeln beschäftigt er sich somit regelmäßig, hat aber auch jene 28 EU-Gipfel bestiegen, auf denen Bergfexe und nicht Politiker das Sagen haben.
Konsequent folgt Wolfgang Machreich seiner selbst gesteckten Aufgabe und berichtet humorvoll und hintergründig von der Vielfalt Europas und den traumhaften Aus- und Einsichten auf den Höhepunkten dieses Kontinents, die erst ein Blick von ganz oben zu zeigen vermag.

Zusatz: Das Buch enthält auch je ein Kapitel über den Suur Munamägi, den Gaisiņkalns und den Aukštojas.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Ruta Sepetys: Salz für die See

Historischer Roman. Übersetzt von Henning Ahrens. Carlsen Verlag, Hamburg 2016. ISBN 978-3-551-56023-0, 416 Seiten, D: 19,99 € / A: 20,60 €.

Verlagsinfo:
Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt.
Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.

Andere Bücher von Ruta Sepetys hier im Blog:
"Und in mir der unbesiegbare Sommer"

Samstag, 17. September 2016

Gerlach / Liivrand / Pappel (Hg.): August von Kotzebue im estnisch-deutschen Dialog

Reihe Berliner Klassik, eine Großstadtkultur um 1800, Studien und Dokumente. Band 22, herausgegeben von Klaus Gerlach, Harry Liivrand, und Kristel Pappel. Wehrhahn Verlag, Hannover 2016. 304 Seiten, ISBN 978–3–86525–492–4, ISSN 1864–158X, 34,00 €.

Verlagsinfo:
Die im vorliegenden Band enthaltenen Beiträge tragen der Konstellation, dass der in Weimar geborene August von Kotzebue (1761-1819) einen Großteil seiner Werke in Estland verfasste, aber seine Wirkung vor allem in den deutschsprachigen Ländern entfaltete, insofern Rechnung, als der Blick auf ihn und seine Werke ganz wesentlich von der Nationalität der Forscher bestimmt ist. Der Band eröffnet zwei Perspektiven: erstens den Blick aus Estland und zweitens den Blick aus Deutschland. Für das nationale Selbstverständnis der estnischen Forscher ist Kotzebue wichtig, weil er der erste war, der die estnische Sprache auf die Bühne gebracht und sich in die Diskussion um die Bauernbefreiung in Estland eingemischt hat. Erst neuerdings beginnt man, Kotzebue auch kritisch zu sehen. In Deutschland hingegen war Kotzebue schon zu Lebzeiten umstritten und angefeindet. Schon früh wurde er zum Antipoden Goethes stilisiert. Die Verbrennung seiner Geschichte des Deutschen Reiches auf dem Wartburgfest 1817 zementierte seine negative Kanonisierung endgültig. Erst seit der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert vollzieht sich in Deutschland ein zaghafter Diskurswechsel, der ermöglicht, vorurteilsfrei über Kotzebues Dichtungskonzepte zu sprechen. Die Feststellung der Dramaturgin Bettina Bartz in einem Diskussionsbeitrag während des Tallinner Gesprächs 2012, dass die sogenannte Goethe-Zeit mit gutem Grund auch Kotzebue-Zeit heißen könnte, charakterisiert dieses neue Nachdenken, dem auch die hier vorgelegten Beiträge verpflichtet sind.

Neben diesen Studien präsentiert der Band erstmals den zwischen 1791 und 1803 geführten Briefwechsel zwischen Kotzebue und Ludwig Ferdinand Huber. Die Briefe sind ein eindrucksvolles Zeugnis des zielgerichteten Gestaltungswillens August von Kotzebues.

Dienstag, 6. September 2016

Anton Hansen Tammsaare: Das Leben und die Liebe

aus dem Estnischen von Irja Grönholm (Originaltitel: Elu ja armastus, 1934). Guggolz-Verlag, Berlin 2016, 533 Seiten, ISBN 978-3-945370-08-7. Mit einem Nachwort von Cornelius Hasselblatt. € 24 [D] | € 24,60 [A]

Verlagsinfo:

Anton Hansen Tammsaare (1878–1940) nimmt in »Das Leben und die Liebe« ebendieses Leben und ebendiese Liebe so tiefenscharf unter die Lupe, dass beides sich aufzulösen scheint. Irma, ein junges, unbedarftes Mädchen, zieht vom Land in die Stadt. Dort möchte sie ihre diffusen Sehnsüchte und namenlosen Träume verwirklichen. Sie nimmt eine Stelle als Hausmädchen bei dem alleinstehenden Herrn Ikka an, und ein vertracktes Spiel um Liebe und Geliebtwerden beginnt. Liebt Herr Ikka Irma? Oder schwärmt umgekehrt Irma heimlich für Herrn Ikka? Will er sie verführen? Oder wünscht sie sich nichts sehnlicher, als von ihm geliebt zu werden?
Die Liebe muss immer wieder ausgehandelt, bestätigt, infrage gestellt oder ein- und ausgeredet werden in diesem tänzelnden Roman, der zugleich federleicht und zentnerschwer, gewitzt und tragisch, mitfühlend und schonungslos ist. Sobald man denkt, Gewissheit über die Gefühle der Figuren erlangt zu haben, werden die Vorzeichen im nächsten Kapitel verschoben. Und plötzlich ist alles anders, als es gerade noch schien. Es kommt auf die Perspektive an und darauf, wessen Gefühlen oder wessen Behauptungen man Glauben schenkt. Anton Hansen Tammsaare, der große Klassiker der estnischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts, behält immer alle Fäden in der Hand, seine große Kunst besteht in einer vermeintlich harmlosen, aber glasklaren Sprache, die in ihrer Präzision auf einen tieferen Kern abzielt. »Das Leben und die Liebe« zeigt: Über das ewige Thema der Liebe ist noch längst nicht alles gesagt und geschrieben!

Donnerstag, 1. September 2016

Peeter Helme: Am Ende der gestohlenen Zeit

Was wird aus der Liebe, wenn wir keine Zeit mehr für sie haben? Aus dem Estnischen übersetzt von Uta Kührte. Karl-Rauch-Verlag, Düsseldorf 2016. 120 Seiten, ISBN-13: 978-3-7920-0362-6. € 18,00* (D) / € 18,50* (A)

Verlagsinfo:
Erzählt wird von der Liebe zwischen zwei Menschen, von ihrer heimlichen Beziehung, die von gestohlener Zeit lebt. Zeit, die dem Alltagsleben gestohlen wird, den Ehepartnern, Freunden und Bekannten. Der Roman wirft Fragen auf, die uns alle betreffen: Woran erkennt man die wahre Liebe? Wie geht man mit ihrer emotionalen Last um? Ist sie mit der Realität vereinbar? In die Handlung eingewoben sind philosophische Überlegungen zur Zeit, von der wir immer zu wenig haben und die doch eine scheinbare Ewigkeit dauern kann.

Donnerstag, 25. August 2016

ZAKHOR! Das jüdische Vilnius in moderner litauischer Kunst

Imaginations of the former Jewish Vilne in modern Lithuanian Art. Herausgegeben von Elke-Vera Kotowski, Linas Lianzbergis, Julius H. Schoeps, Gabriele Zaidyte. Verlag Hentrich & Hentrich, Berlin 2016. Moses Mendelssohn Stiftung, Artist's Associaton Galery, Vilnius. 80 Seiten, 56 Abbildungen, ISBN: 978-3-95565-143-5, 19,90 €.

Verlagsinfo:
„Zakhor“ bedeutet im Hebräischen „Erinnere Dich!“. Unter diesem Motto wurden
Künstlerinnen und Künstler aus Vilnius aufgefordert, sich kreativ mit dem Thema „Jüdisches Leben und jüdische Kultur in Vilnius“ auseinander zu setzen und ihre Erinnerungen, Gedanken und Vorstellungen auf Papier oder Leinwand zu bringen. Dreißig der im Wettbewerb eingereichten Arbeiten finden sich im vorliegenden Katalog. Diese Werke werden in den nächsten Jahren weltweit ausgestellt, an Orten, in denen heute Nachfahren litauischer Juden leben, u.a. Argentinien, Brasilien, Israel, Südafrika und den USA. (Buchtext in Englisch)

Dienstag, 12. Juli 2016

Katja Wezel: Geschichte als Politikum

Lettland und die Aufarbeitung nach der Diktatur. Band 15 der Reihe "die Ostseeregion - europäische Perspektiven, herausgegeben von Jan Hecker-Stampehl, Bernd Henningsen, Sven Jochem und Ralph Tuchtenhagen. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2016,324 Seiten. ISBN 978-3-8305-3425-9, 49,00 €.

Verlagsinfo:
„Geschichte als Politikum“ analysiert den lettischen Transformationsprozess der letzten 25 Jahre (1990 bis 2015). Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Dilemma der gespaltenen lettischen Gesellschaft – mit den Letten auf der einen und der russischsprachigen Bevölkerung auf der anderen Seite. Ansatzpunkt ist die These, dass es sich hier nicht primär um einen ethnischen Konflikt handelt, sondern um einen Gegensatz, bei dem unterschiedliche historische und kulturelle Deutungen im Zentrum stehen. Der lettische Diskurs um die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist gekennzeichnet von dem Bedürfnis nach Anerkennung der lettischen Opfer kommunistischer Verbrechen, wobei die Deportationen unter Stalin eine zentrale Rolle spielen. Die Untersuchung fokussiert kontrovers diskutierte Themen, die um „Transitional Justice“, die Aburteilung der kommunistischen Herrschaft und die Aufarbeitung der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs kreisen. Als Folge sich ablösender Besatzungsregime führt die Aufarbeitungspraxis häufig zur problematischen Gleichsetzung der Verbrechen von Nationalsozialismus und Kommunismus, zur Entstehung von Opferkonkurrenzen und zur Instrumentalisierung der Geschichte. Letzteres bewirkt eine erneute Verschärfung der Gegensätze, mit Rückwirkungen auf den lettischen sowie den gesamteuropäischen Aufarbeitungsprozess.

Samstag, 25. Juni 2016

Balode, Ineta / Lele-Rozentāle, Dzintra: Deutsch im Baltikum

Eine annotierte Forschungsbibliographie unter Mitwirkung von Reet Bender und Manfred von Boetticher. Reihe "Fremdsprachen in Geschichte und Gegenwart, herausgegeben von Helmut Glück und Konrad Schröder, Band 17. Harrassowitz Verlag Wiesbaden, 358 Seiten, ISBN 978-3-447-10598-9, 64,00 Eur[D] / 65,80 Eur[A].

Verlagsinfo:
Die deutsche Kultur- und Sprachgemeinschaft im Baltikum - gemeint sind Estland und Lettland als Nachfolgestaaten des mittelalterlichen Livlands und der späteren Ostseeprovinzen des russischen Reichs Livland, Estland und Kurland - ist seit bald achtzig Jahren historische Vergangenheit. Dennoch hat ihre Geschichte sichtbare Spuren in der Region hinterlassen und weckt noch heute reges Interesse. Viele Fragen bedürfen zusätzlicher Aufarbeitung, zumal die gemeinsame Vergangenheit im gesellschaftlichen Gedächtnis der baltischen Länder teilweise immer noch mit tradierten Stereotypen behaftet ist.
Die Bibliografie greift einen wichtigen Aspekt auf: die Sprache der Deutschbalten, die um die Mitte des 18. Jahrhunderts zum gezielten Untersuchungsobjekt wurde und zunehmend auch eine identitätsstiftende Bedeutung bekam. Im Laufe der Zeit wurden Fragen des regionalen Charakters, der historischen Entwicklung und der Sprachpflege in zahlreichen wissenschaftlichen Aufsätzen und Monografien sowie in populärwissenschaftlichen und unterhaltsamen Zeitungsartikeln behandelt: zuerst von den Deutschbalten selbst, später, insbesondere seit den 1980er-Jahren, überwiegend von estnischen und lettischen Sprach- und Kulturwissenschaftlern.
Die Bibliografie bietet damit eine chronologische Darstellung der Forschungsgeschichte zur deutschen Sprache in der baltischen Region, die im Mittelniederdeutschen ihren Anfang nahm und in Hochdeutsch mit regional geprägter Umgangssprache ihren Abschluss fand.

Dienstag, 7. Juni 2016

Lasha Bugadze: Der Literaturexpress

Roman. Aus dem Georgischen von Nino Haratischwili. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt / Main 2016. 320 Seiten, ISBN 978-3-627-00223-7, € 24,- (D) / € 24,70 (A).

Verlagsinfo:
Zaza, Autor eines einzigen, wenig erfolgreichen Erzählbandes, bekommt eine überraschende Einladung aus Deutschland: In einem Zug zusammen mit 99 weiteren Autoren soll er eine literarische Fahrt quer durch Europa antreten. Stationen des Literaturexpresses sind Lissabon, Madrid, Paris, Brüssel, Frankfurt, Moskau, Warschau, Berlin. Warum gerade er für diese abenteuerliche Lesereise ausgewählt wurde, ist Zaza schleierhaft. Als kurz darauf der Kaukasuskrieg ausbricht, seine Freundin Elene sich von ihm trennt und er erfährt, dass der hochneurotische Lyriker Zwiad der zweite georgische Autor an Bord sein wird, ahnt er, diese Reise wird sein Leben auf den Kopf stellen. Und tatsächlich: Im Literaturexpress erwartet ihn eine denkbar ausgefallene Schicksalsgemeinschaft.
Der Literaturexpress ist eine herrliche Satire über den Literaturbetrieb, ein lebendighumorvolles Panoptikum voller situativer Komik und eine komplikationsreiche Liebesgeschichte. Nino Haratischwili hat diesen rasanten paneuropäischen Roadtrip übertragen. Dank ihrer brillanten Übersetzung gibt es mit Lasha Bugadze eine der wichtigsten neuen Stimmen der georgischen Gegenwartsliteratur zu entdecken, reich an Sprachwitz, Selbstironie und feiner Beobachtungsgabe.
(aufgenommen in diese Übersicht, da der Roman als faktische Grundlage den "Literaturexpress 2000" nimmt, an dem auch je drei Schriftsteller/innen aus Estland, Lettland und Litauen teilnahmen.)

Dienstag, 31. Mai 2016

Benjamin Conrad: Loyalitäten, Identitäten und Interessen

Deutsche Parlamentarier im Lettland und Polen der Zwischenkriegszeit. Mainz University Press bei V&R unipress, 1. Auflage 2016, ISBN 9783847105626. 220 Seiten, 40,00 €.


Verlagsinfo:
Thema dieses Buchs sind die deutschen Parlamentarier in Polen und Lettland in der Zeit zwischen den Weltkriegen. In den entsprechenden Gebieten der Vorgängerstaaten hatten die Deutschen vor 1918 die größte (mit-)herrschende Elite gestellt, gerieten ab 1918 aber in den Status einer Minderheit. Die Loyalitäten und Identitäten deutscher Abgeordneter in Lettland und Polen hingen sowohl von ihrer Erwartung an eine territoriale Revision ab als auch von den Partizipationsmöglichkeiten, die ihnen der Staat bot. Für beide Länder lässt sich die Zwischenkriegszeit in eine demokratische und in eine spätere autoritäre Phase untergliedern. Entsprechend wird auch untersucht, welche Auswirkungen das Entstehen der autoritären Herrschaften auf Identität und Handeln der deutschen Abgeordneten hatte.

Freitag, 1. April 2016

Hans Thill (Hg.): Werde zum Gespenst - Gedichte aus Lettland

Poesie der Nachbarn, Band 28. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2016, 192 Seiten. ISBN: 978-3-88423-525-6, 24,80 Euro.

Verlagsinfo:
Naturverbunden und den Traditionen verhaftet – so heißt es, seien die Letten. Und ihre Poesie? Wandelt sie also zwischen Ostsee und Dainas? Aus einer Vergangenheit zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit ist eine Lyrik erwachsen, in der nicht nur lettische, sondern auch russische Stimmen beheimatet sind.
In der vorliegenden Anthologie sind Dichter verschiedener Generationen vertreten. Sie verarbeiten die Geschichte des Landes und ihre eigene Vergangenheit und beschreiten zugleich neue Pfade. Neben Gedichten der in Deutschland bekannten Grande Dame der lettischen Poesie Amanda Aizpuriete und des wortgewaltigen Uldis Berziņš präsentiert der Band die kritische wie tiefsinnige Liāna Langa und den programmatisch witzigen Semon Hanin, der seine Gedichte auf Russisch schreibt, sowie die beiden jungen Talente Inga Gaile, mit ihren schonungslos unverblümten Gedichten, und den vielversprechenden Kārlis Vērdiņš, der einen lauten und rockigen Ton anschlägt. Mit Gedichten von Amanda Aizpuriete, Uldis Berziņš, Inga Gaile, Semjon Hanin, Liāna Langa und Kārlis Vērdiņš, übersetzt von Carolin Callies, Claudia Gabler, Matthias Göritz, Norbert Hummelt, Jan Kuhlbrodt und Anja Utler nach Interlinearversionen von Julija Boguna und Beata Paškevica.

Dienstag, 22. März 2016

Julija Rekleitė (Hg.): Architekturführer Kaunas

DOM Publishers, Berlin 2016 (Original bei Verlag Lapas, Vilnius 2015). Übersetzung aus dem Litauischen: Saskia Drude. ISBN 978-3-86922-441-1 (deutsch), 352 Seiten, 38,00 € .

Verlagsinfo: Kaunas ist ein architektonisches Juwel im europäischen Städtetourismus. Liebevoll als das »Herz Litauens « bezeichnet, weist die 300.000-Einwohner-Stadt neben ihrer mittelalterlichen Altstadt ein beachtliches architektonisches Erbe der Moderne auf – vor allem durch den Einfluss des Dessauer Bauhauses in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Dieser von litauischen Kunst- und Architekturhistorikern, Fotografen und Grafikern zusammengestellte Architekturführer erkundet die zweitgrößte Stadt des Landes anhand von über 200 Bauwerken, die seit der ersten Unabhängigkeit Litauens 1918 und der anschließenden Ernennung von Kaunas zur provisorischen Hauptstadt am Zusammenfluss von Memel und Neris errichtet wurden. Ergänzt wird die bis in den Beginn des 21. Jahrhunderts reichende Darstellung der Kaunasser Baugeschichte durch umfangreiches Kartenmaterial sowie zahlreiche weiterführende Essays.

Samstag, 19. März 2016

Knuts Skujenieks: Samen im Schnee

Gedichte. (Sēkla sniegā). Zweisprachige (deutsch-lettische) Ausgabe. Aus dem Lettischen nachgedichtet von Valdis Bisenieks. Verlag Jumava Riga / Wieser Klagenfurt 2016.208 Seiten, ISBN 978-3-99029-173-3, 12.38 Euro.

Verlagsinfo:
Knuts Skujenieks (1936) und Valdis Bisenieks (1928) sind zwei Gipfel, die gleich hoch in Lettlands Himmel der Poesie ragen. Sie beide sind sich in der Erkenntnis einig, dass Nachdichtung die höchste aller Künste ist. Skujenieks wurde zum Dichter im Straflager an der Wolga unter gleichgesinnten internationalen Geistesgrößen der Sowjetunion. Sein Element ist Vielsprachigkeit. Es gibt kaum eine europäische Sprache, aus der er etwas nicht nachgedichtet hätte. Durch seinen prägnanten Ausdruck und prophetischen Ton lässt er sich mit dem großen Rainis gleichsetzen.
Valdis Bisenieks ist Sprachwissenschaftler von Beruf, habilitierter Doktor der Philologie und war in seinem Fach an der Universität Lettlands tätig. In der Presse wird er lettischer Dante und Goethe genannt. Er hat insbesondere Lorbeer mit Nachdichtung von Dantes Göttlicher Komödie, Goethes Faust, der Bhagavadgita, von Goethes und Rilkes Lyrik aus den Originalsprachen geerntet.

Mittwoch, 16. März 2016

Günther Heydemann / Clemens Vollnhals: Nach den Diktaturen

Der Umgang mit den Opfern in Europa. Schriften des Hannah-Arendt-Instituts - Band 059 . Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016. 288 Seiten, ISBN 978-3-525-36971-5,
60,00 €. 

Verlagsinfo:
Der Band untersucht erstmals in vergleichender Perspektive den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit den Opfern nach dem Fall der Diktaturen. Welche Entschädigungsleistungen erhielten die Opfer der faschistischen und der nationalsozialistischen Diktatur nach 1945 in Italien, in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich? Wie gingen die Gesellschaften in Spanien, Portugal und Griechenland nach dem Fall der Militärdiktaturen in den 1970er Jahren mit den Opfern um? Was erreichten die Opfer kommunistischer Diktaturen nach 1989 im wiedervereinten Deutschland, in Tschechien, Polen, Ungarn, Lettland und Russland? Das gesellschaftspolitische Umfeld brachte für die Opfer zumeist nur geringe Empathie auf, dennoch gibt es beachtliche Unterschiede in der staatlichen Rehabilitierungs- und Entschädigungspolitik, die von ausgewiesenen Experten in 13 Beiträgen analysiert werden.

Montag, 14. März 2016

Matthias Boosch: Black Friday - und andere Lettland-Geschichten

Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag, Band IX, BaltArt GmbH Langenthal / Schweiz 2016. Lektorat: Daniel Sägesser, Bern/Tallinn; Markus Roduner, Vilnius; Heiko Meyer, Bern
Korrektorat: Arnd M. Schuppius, Burg (Dithmarschen). Umschlagillustration: Martynas Vilimavičius, Vilnius. Buchgestaltung: Vita Paulinė, Vilnius.
116 Seiten, ISBN 978-3-9524559-0-6, 17 CHF / 15 €.

Verlagsinfo:
Erstmals gibt der auf Übersetzungen spezialisierte BaltArt-Verlag ein Werk eines deutschen Autors in der Originalsprache heraus.

Zwei Diebe, die behaupten von der russischen Mafia zu sein, aber nur den Kühlschrank ausräumen. Ein hagerer Black-Metal-Fan mit einem weißen Schlappohrkaninchen, der einem gestrandeten Touristen früh morgens Tee serviert, während er ihm Details der baltischen Black-Metal-Szene auseinandersetzt. Ein neuer Freund, der die Stadtgeschichte mit brennendem Wodka in einem Aschenbecher illustriert.
Es sind meist abseitige, skurrile Begebenheiten, die Autor Matthias Boosch mit satirischem, an Wladimir Kaminer gemahnendem, humorvollem Blick in seinen Lettland-Geschichten erzählt. Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, ein politisch korrektes, umfassendes, gar repräsentatives Bild des baltischen Landes widerzugeben. Vielmehr trifft der Ich-Erzähler, ein aus der Zeit gefallener Spät-Hippie auf Selbstfindungstrip, auf originelle Protagonisten, eigentümliche Charaktere und Außenseiter, mit denen er – vorwiegend in der Provinz – allerlei Absurdes, aber auch Anrührendes erlebt.
Unvorbereitet wie er ist, erfährt der junge Deutsche zwar einen Kulturschock, kommt jedoch häufig dank der in Teilen des Baltenvolks verbreiteten Zuhilfenahme von Hochprozentigem mit der Alltagsbewältigung und Völkerverständigung bestens klar.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ermöglicht dem Leser ungewöhnliche Einblicke in ein sich im Umbruch befindliches, verschroben wirkendes Stück altes Europa. Denn wo das tragische postsowjetische Erbe auf neue Freiheiten sowie die Errungenschaften und Ansprüche der Moderne trifft, kann es leicht zu Friktionen und Brüchen kommen – so, wie sie Matthias Boosch in unverwechselbar-lakonischer Sprache schildert.

Der Autor:
Matthias Boosch (*1982) wuchs im hessischen Bischofsheim auf. An der Gutenberg-Universität Mainz studierte er Geschichte und Buchwissenschaft. 2009 erschien im Gonzo-Verlag seine Polit- und Mediensatire «Großtyphien schlägt zurück», in der er sich mit den kriegerische Folgen des 11. Septembers auseinandersetzt.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ist sein zweites Buch. In diesem BaltArt-Band reflektiert Matthias Boosch Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner Zeit in der ehemaligen Hansestadt Limbaži, heute eine Kleinstadt im Norden Lettlands, in welcher er 2005/2006 ein Jahr lang lebte. 

Freitag, 4. März 2016

Stefan Moster: Neringa

oder die andere Art der Heimkehr. Roman. 288 Seiten, MareVerlag GmbH, Hamburg 2016. ISBN 978-3-86648-245-6, 20,00 € /26,90 SFR.

Montag, 1. Februar 2016

Arndt Künneke: Migrationspolitik der baltischen Staaten

Litauen, Lettland und Estland im Vergleich. Verlag BoD - Books on Demand, Norderstedt, 2015. 132 Seiten, ISBN 978-3-7392-2062-8, € 14,90.

Verlagsinfo:
Migrationspolitik ist eines der Politikfelder, die innerhalb der EU noch unzureichend geregelt sind, in Zukunft aber immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Während für die meisten EU-Mitgliedsstaaten die Regelung der Zuwanderungsströme von Asylsuchenden, Flüchtlingen oder Arbeitsmigranten die größte Herausforderung darstellt, haben die baltischen Staaten vor allem mit der Abwanderung großer Teile ihrer arbeitsfähigen Bevölkerung zu kämpfen.
Dieses Buch erörtert die Migrationspolitik der drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland jeweils anhand der Bereiche Migrationsgeschichte, Emigration, Immigration und Minderheiten und macht dabei deutlich, dass deren Migrationspolitik trotz vieler Gemeinsamkeiten auch signifikante Unterschiede aufweist.

Assist. Prof. Dr. Dr. Arndt Künnecke ist Dozent für Rechts- und Politikwissenschaften an der MEF Universität in Istanbul. Seine dortigen Forschungsschwerpunkte sind Minderheitenrechte sowie Verbraucherschutzrecht in der EU. Daneben ist er noch als Berater, Journalist und Rechtsanwalt tätig.

Dienstag, 26. Januar 2016

Thomas Kunze / Thomas Vogel: Das Ende des Imperiums

Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde. Christoph Links Verlag, Berlin, 2. aktualisierte Auflage 2015. 328 Seiten, ISBN: 978-3-86153-894-3, 20.00 Euro.

Verlagsinfo:
Für die Neuauflage des erstmals 2011 erschienenen Buches haben sich der Historiker Thomas Kunze und der Journalist Thomas Vogel erneut auf die Reise durch die 15 ehemaligen Sowjetrepubliken begeben. In ihrer Beschreibung der dramatischen Veränderungen der vergangenen 25 Jahre berücksichtigen sie somit auch die jüngsten Ereignisse und Konflikte, wie z. B. die Auseinandersetzungen in der Ukraine. Das Buch ist eine Verbindung aus zeitgeschichtlicher Analyse und lebendigem Reisebericht.

Aus dem Inhalt:
Seite 61 - Das Baltikum auf dem Weg nach Europa
Seite 71 - Litauen
Seite 85 - Lettland
Seite 98 - Estland

Freitag, 8. Januar 2016

Vaida Andriukaitytė: Filme von Traum und Freiheit

Poetischer Dokumentarfilm in Litauen. 140 Seiten, Tectum Verlag, Marburg 2009.
ISBN 978-3-8288-9971-1, 24,90 €.


Verlagsinfo:
Weg von Russland – diese Tendenz ist nach dem Ende der Sowjetunion auch im litauischen Dokumentarfilm unverkennbar. Dabei gingen junge Vertreter dieses Genres wie die Regisseure Arūnas Matelis und Audrius Stonys in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen eigenen nationalen Weg, der sich von den Entwicklungen in den baltischen Nachbarstaaten Estland und Lettland unterschied. Beide haben in der Umbruchzeit ab 1988 debütiert. Sie gehören zur ersten Generation Filmschaffender, die nicht mehr direkt von der russischen Schule geprägt wurden. Henrikas Šablevičius hat ihnen die litauische Filmtradition vermittelt. Ihre Filme demaskieren den fortdauernden Umbruch im Land wie im einzelnen Menschen. Sie laden ein zu einer Suche nach neuen Mythen oder zur Entdeckung der alten. Die Tradition des Poetischen Dokumentarfilms, in der sie arbeiten, trägt eine vertraute Ästhetik in sich. Zugleich aber ist der zeitgenössische Film mit frischen Formen durchsetzt, die in eine noch unentdeckte Welt führen. Trotz seiner intensiv ausgeprägten Handschrift ist der Litauische Film für die westliche Filmwissenschaft noch immer Terra incognita. Nach der vier Jahrzehnte anhaltenden sowjetrussischen Okkupation suchen seine Macher heute neue Perspektiven und nehmen diese auf innovative Weise in bewegten Bildern ein. Vaida Andriukaitytė vermittelt eine spannende Begegnung mit dem Filmland Litauen.